Bildquelle: "Archiv Nationalpark Neusiedler See - Seewinkel, Klaus Schneider"

Der eindrucksvolle Kranich fühlt sich im Nationalpark immer wohler

Laut wird es in den Herbstmonaten im Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel. Das emsige Schnattern der Graugänse, die sich jetzt auf ihrem Weg in den Süden eine Rast gönnen, wird aber übertönt. Der Ruf des Kranichs ist kilometerweit zu hören. In Illmitz hat man sich längst an sein Klangbild gewöhnt, und der große Vogel, so scheint es, freut sich auf seinem Herbstzug auf das alljährliche Wiedersehen.

 

 

Zur Gründungszeit des Nationalparks war die Sichtung einer kleinen Gruppe von Kranichen noch eine Sensation. Mit der Beweidung am Seerand entstanden attraktive, offene Seichtwasserflächen, in denen sich immer mehr Vögel wohl fühlen.

Im Vorjahr wurden über 12.000 Kraniche gezählt, die hier Halt machten, um sich von ihrer anstrengenden Reise in den Süden zur Überwinterung auszuruhen. Anfang November konnte man tausende dieser wunderbaren Geschöpfe aus nächster Nähe beobachten. Lange Beine und ein schlanker Hals – das sind die markantesten Merkmale dieser eleganten Vögel. Ihre trompetenähnlichen Rufe verschmelzen zu einem wunderbaren Konzert und schenken dem Nationalpark eine unverwechselbare akustische Note.

Auf dem Weg in die Überwinterungsgebiete im Mittelmeerraum treffen im Oktober mehr als 100.000 Kraniche in der ostungarischen Hortobagy Puszta ein. Von dort zieht seit rund 15 Jahren ein Teil der Vögel nach Westen weiter. So gelangen Kraniche, die im westlichen Russland, im Baltikum oder in Finnland brüten in den Seewinkel, von wo aus sie nach kurzer Zeit weiter ziehen. Dabei fliegen die Tiere entweder südlich oder nördlich der Alpen ins Mittelmeergebiet. Einzelne Trupps sind bis in den Dezember im Seewinkel zu beobachten. Früher haben Kraniche auch im Hanság gebrütet, Beobachtungen übersommernder Vögel lassen darauf hoffen, dass in Zukunft dieser elegante Vogel auch wieder zur Brutvogelfauna der Region gehören könnte.

 

 

Bildquelle: "Archiv Nationalpark Neusiedler See - Seewinkel, Klaus Schneider"

Kraniche sind treue Partner und bleiben oft bis an ihr Lebensende zusammen. Der Hals der Hennen und Hähne trägt eine markante schwarzweiße Zeichnung, die Kopfplatte ist rot und federlos, das Gefieder grau. Jungvögel tragen ein braunes Federkleid – erst nach drei bis vier Lebensjahren ist das Gefieder voll ausgefärbt. Eindrucksvoll ist die Schleppe der älteren Vögel, die bei der Balz „ausgefahren“ und stolz zur Schau gestellt wird.

Auch erste Bruterfolge gibt es zu verzeichnen. Im Waldviertel feierte man seit 100 Jahren wieder einen ersten dokumentierten Bruterfolg eines Kranichpaares. Auch im Nationalpark ist laut Experten eine Kranichpopulation in den kommenden Jahren nicht auszuschließen. Bis dahin bleibt es aber bei den seltenen Begegnungen in den Herbstmonaten.

 

 

Infos zu Exkursionen, sowie Programm

(Quelle: http://www.nationalpark-neusiedlersee-seewinkel.at/programmexkursionen.html)

Der Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel bietet das ganze Jahr über Exkursionen zu den Jahreszeiten entsprechenden Themenbereichen an. Die Exkursionen finden an vorgegebenen Terminen statt und dauern rund 3 Stunden, gewandert wird auf befestigten Wegen. Dem Besucher wird dabei ein Einblick in die Besonderheiten des Naturraums Neusiedler See-Seewinkel gegeben. Einschlägige Vorbildung ist für die Teilnahme nicht erforderlich, es wird stets versucht, auch kompliziertere Zusammenhänge leicht verständlich darzustellen.

Anmeldung und Auskünfte:

Informationszentrum Nationalpark Neusiedler See - Seewinkel Hauswiese,
7142 Illmitz, Tel.: 02175/3442, Fax: 02175/3442-4
info(DIESEN_TEIL_NICHT_IN_EMAILADRESSE_SCHREIBEN)@nationalpark-neusiedlersee-seewinkel(DIESEN_TEIL_NICHT_IN_EMAILADRESSE_SCHREIBEN).at