Wie geht es dabei Fischen, Vögeln und Wasserpflanzen?

 

Es ist wunderschön, spiegelglatt oder vom Wind wild geformt, durchsichtig oder von einer Schneeschicht bedeckt, pickelhart oder weich und brüchig. Das Eis am Neusiedler See hat viele Gesichter. Ist es dick genug, tummeln sich tausende Menschen auf dem gefrorenen Nass: Eisläufer, Eissegler, Eissurfer und Walker. Ein Naturerlebnis mit Gefahren, stets muss man auf der Hut sein, denn das Eis kann jederzeit brechen. Apropos: Wie geht es eigentlich den Tieren unterhalb der Eisschicht?

 

 

Erfroren im Eis

Dipl. Ing. Harry Grabenhofer aus der Forschungsabteilung des Nationalpark-Teams weiß mehr: "Solange das Eis am See nicht bis zum Grund durchgefroren ist, geht es den Fischen gut. Der Tod durch Erfrieren oder Ersticken passiert erst, wenn das Wasser komplett durchgefroren ist. Im See ist das unwahrscheinlich, in den Lacken im Nationalparkgebiet aber die Regel. Diese sind flach und schnell vereist, da überlebt kein Fisch. Dies ist neben Niedrigwasserstand und Austrocknung auch einer der Gründe, warum es in den Salzlacken keinen dauerhaften Fischbestand gibt."

Warme Winter

Aktuell gibt es kaum Frosttage, selten zeigt das Thermometer unter -8 Grad Celsius. In den 1920er Jahren gab es bei niedrigem Wasserstand im Steppensee durchaus Probleme für die Fische. Früher waren die Winter härter und kälter, der Klimawandel arbeitet heute stark gegen kalte Tage.

Es wird wärmer, den Fischen soll es recht sein.

Coole Pflanzen

Wasserpflanzen sind ein wichtiger Indikator und Garant für die Wasserqualität, da sie Nährstoffe aus dem Sediment aufnehmen und als Nährstoffspeicher fungieren. Die Pflanzen sind vor allem für Jungfische von Bedeutung, die dort ihre Kinderstuben haben und sich verstecken können. Solange das Wasser nicht durchfriert, überleben Laichkraut, Hornblatt, Nixkraut, Tausendblatt, Armleuchter-Algen und Wasserschläuche. Der Wasserschlauch (Utricularia vulgaris) ist nur im Schilfröhricht anzutreffen. Seine Blätter sind zu Fangblasen umgebildet, die Kleinkrebse, Insektenlarven und andere Kleintiere einschließen und verdauen.

Die immer milder werdenden Wintermonate steigern nicht nur die Überlebenschancen der Fische in seichten Gewässern, sie lassen auch immer mehr Vogelarten an den Lacken des Nationalparks und am Neusiedler See überwintern. Das Leben pulsiert also auch in der kalten Zeit in einer der schönsten Gegenden des Landes.