Der Herbst zeigt sich farbenprächtig, voller Ruhe und Schönheit

Illmitz ist wohl der Ort, an dem sich Erholungssuchende in den Spätsommer- und Herbstmonaten besonders wohl fühlen. Der kleine Ort inmitten des Nationalparks Neusiedler See-Seewinkel im Burgenland hat einiges zu bieten. Weit weg vom Trubel und der Lautstärke der Stadt, weg vom touristischen Rummel und überfüllten Einkaufsmeilen, fern von Großveranstaltungen und Megaevents: Illmitz ist das Juwel im burgenländischen Seewinkel – ausgezeichnet als UNESCO Weltkulturerbe, geliebt von Sportlern und Erholungssuchenden, von Kennern hoher Kultur und feiner Kulinarik, und immer wieder gerne besucht von Vogel- und Naturfreunden.

Frau und Mann fahren mit Rädern in grüner Landschaft.

Bei den Weißen Eseln im Sandeck bricht das sanfte Spätsommerlicht durch die Schatten spendenden Bäume. Einige Jungtiere wälzen sich im sandigen Boden, der dadurch aufgewirbelte Staub zaubert eine fast unwirkliche idyllische Kulisse in die Nationalparklandschaft. Der Turm, ein alter ausgedienter Wachturm aus den Zeiten des Eisernen Vorhangs, dient heute als Aussichtsturm. Oben angekommen bietet sich ein wunderschöner Blick über den breiten Schilfgürtel bis weit auf die andere Seite des Neusiedler Sees.

Die Eselherde wird unruhig. Sie erkennen den Nationalparkranger schon von weitem. Er schaut immer wieder vorbei und ist einer von vielen, die sich beruflich und auch privat für diesen geschützten und einzigartigen Platz inmitten der pannonischen Tiefebene einsetzen.

Winzer mit Touristen bei den Weinstöcken.

Nicht weit weg vom Sandeck fahren Winzer die Ernte ein. Es soll ein guter Jahrgang werden, heißt es. Die Sommermonate waren heiß, in den letzten Wochen dann endlich kühler und feuchter. Die manuelle Lese ist nicht mehr überall üblich, oft fahren große Erntemaschinen über die Weingärten, schaffen in kurzer Zeit mehrere Hektar, wofür fleißige Hände tagelang brauchen würden. Die klassische Winzerjause wird im Weingarten gegessen. Brot, Käse, Hartwurst, Paradeiser und bereits frisch gepresster Traubensaft finden Anklang bei den Erntehelfern und der Winzerfamilie. Der Traktor fährt den vollen, mit weißen Trauben gefüllten Hänger in Richtung Ortsmitte. Dort wartet bereits die Weinpresse, um den Rebensaft sanft aus den Beeren zu locken.

Während Windsurfer und Kiter die herbstlichen Winde am Steppensee nutzen, um gekonnt wilde Manöver in den See zu zirkeln, machen sich Ornithologen und Hobbyvogelkundler auf die Jagd nach den besten Motiven. Ausgerüstet mit Stativen, Kameras und hochwertigen Ferngläsern stehen Vögel ganz oben auf ihrer Beobachtungsliste. An den salzhaltigen ausgetrockneten Lackenufern und in den Wiesen wächst die pannonische Salzaster. Die Blüten der Pflanze lässt ganze Landstriche wie einen rosa-lila Teppich erscheinen. Eine perfekte Kulisse, um Vögel zu erkunden und Bilder einzufangen.

Kiebitzregenpfeifer, Sanderling, Zwergstrandläufer, Sichelstrandläufer, Alpenstrandläufer oder Dunkler Wasserläufer nutzen die Seewinkellacken als Rast- und Futterplatz auf dem Weg in ihr Winterquartier. Aber auch Säbelschnäbler, Kiebitz und der Großer Brachvogel sowie große Scharen verschiedener Entenarten bevölkern die Gewässer im Nationalparkgebiet. Ein Ereignis lässt aber die Herzen aller Vogelfreunde höher schlagen - der Gänsestrich.

Mehrere tausend Gänse beziehen im Gebiet des Nationalparks Neusiedler See-Seewinkel ihr Herbst- und Winterquartier. Wann genau das sehenswerte Naturschauspiel stattfindet, lässt sich nur schwer voraussagen. Es hängt hauptsächlich von den Temperaturen in weiter nördlich gelegenen Gefilden ab. Meist kann man ab Mitte Oktober die Flüge von und zu den Gewässern, die als Schlafplatz dienen, beobachten. Ein endloser Strich am Himmel, eine Gans nach der anderen – oft hunderte Meter lang. Das örtliche Nationalparkzentrum bietet einiges an Infomaterial und Wissenswertes für Naturfreunde – hinschauen lohnt sich auf jeden Fall.

Voller Zufriedenheit und mit bleibenden Erinnerungen aufgetankt genießt man am Abend beste regionale Kost. Neben Fisch- und Fleischspezialitäten stehen natürlich auch heimisches Gemüse und Weltmeisterweine auf den Speisekarten der Nationalparkgemeinde.

Ein Glas Süßwein rundet das Tageserlebnis ab und man fällt weich und müde in eines der gepflegten Betten der örtlichen Vermieter oder Hotels.

Frau und Mann bei gemeinsamen Abendessen stoßen mit Weingläsern an.