30. Martiniloben in Illmitz – ein Fest im Seewinkel

Auch wenn die Temperaturen Anfang November nur selten über die 15 Grad Celsius klettern, in Illmitz ist dennoch beste Stimmung angesagt. Es ist die Zeit vor Martini, in diesen Tagen bereiten sich die WinzerInnen in der Nationalparkgemeinde auf das wohl schönste Fest des Jahres vor. Beim „Martiniloben“ an den Wochenenden 8.-10. und 15.-17. November halten 28 Winzer ihre Keller geöffnet und die Gastronomen verwöhnen ihre Gäste mit Schmankerln aus der Nationalparkregion Seewinkel.

Der Staubige

Der heilige Martin gilt als Schutzpatron des Burgenlands und wird nach der Haupternte der Trauben ganz besonders geehrt. Der junge, ungefilterte Wein – auch „Staubiger“ genannt – wird beurteilt, „gelobt“ und danach getauft. Damit stehen die ersten Spitzenweine des neuen Jahrgangs fest.

Ein toller Brauch, dem auch immer mehr Kulinarikfreunde beiwohnen, um die ersten Tropfen des neuen Jahrgangs zu verkosten. In urigen Kellern präsentieren die Winzer des Ortes ihren jungen staubigen Wein. Erst nach der traditionellen Segnung darf mit "Prost" verkostet werden, bis dahin heißt es Krixikraxi, Rauxibauxi oder Mahlzeit.

www.illmitzer-weinerlebnis.at

Die klassische Martinigans

Bevor die Gäste in den Kellern der örtlichen Winzer die jungen Weine verkosten, empfiehlt sich ein Besuch in einem der örtlichen Gasthäuser. Als Tipp gilt hier in dieser schmackhaften Zeit ein knuspriges Martinigansl, am besten mit Knödeln, Rotkraut und Maroni. Ein Erlebnis, das mit einem Topwein aus der Region bestimmt tief im kulinarischen Gedächtnis verankert bleiben wird. Die klassische Ganslsuppe ist auch Tage nach dem feierlichen Höhepunkt in fast allen Gaststätten des Ortes noch auf den Speisekarten zu finden. Feinschmecker schwören auf das kalte „Ganslfett“, schmeckt ausgezeichnet als kleine Vorspeise mit einem Stück Brot und einem Schluck Jungwein. Aber auch Speisen vom Fisch aus dem Neusiedler See, vom Steppenrind aus dem Nationalpark oder der Speck vom Mangalitzaschwein haben in diesen Tagen Hochsaison.

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Gänsestrich im Nationalpark

Nachdem sich Leib und Seele wohlfühlen, darf auch noch was für die Figur getan werden. Am besten, man begibt sich zu Fuß oder mit dem Rad in den nahegelegenen Nationalpark. Hunderte Gänse sind dort zu beobachten, wie sie sich in den Lacken auf ihre lange Reise in wärmere Gefilde vorbereiten. Am Himmel zeichnen sich lange Striche ab, beeindruckende pfeilgerade Formationen, von Gänsen geflogen, dem sogenannten „Gänsestrich“. An nebeligen Tagen hört man erst die Rufe der Gänse, bevor sie aus dem Nichts auftauchen und ihrer Wege fliegen. Am besten, man rüstet sich hier mit Fernglas oder Spektiv aus, um das Treiben in der Luft und am Boden genauer zu beobachten. Oft lassen sich auch Kraniche erspähen, die auf Nahrungssuche gerne durch den Seewinkel stolzieren.

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