Wenn die Lichter im Keller lange brennen

Illmitz ist bekannt für seine Weltmeisterweine. Bekannt für endlos weite Weingärten, den angrenzenden Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel und die besten Böden in der pannonischen Tiefebene. Für einen guten Wein ist trotz optimaler Vegetation und idealem Klima harte Arbeit angesagt. Die oft händische Ernte ist zumeist schon eingefahren, und im Keller werden die Tage jetzt wieder länger.

 

 

Viel Druck im Keller

Fast endlos sucht sich der frisch gepresste Rebensaft in den beeindruckenden Nirostabehältern seinen Weg. Die Farbe violett, dunkelblau, rot – schwer zu sagen im Neonlicht des Kellers – trotzdem schaut er gehaltvoll aus, dicht, voller Kraft und Lebendigkeit. Es sprudelt nur so heraus aus den dicken Schläuchen, die an die Pressen angeschlossen sind. Tausende Liter frischer Rebensaft, unvergoren, unbehandelt, vor einigen Stunden hingen die Trauben noch am Rebstock. Hier entsteht die Basis für einen Topwein aus der Region Neusiedler See. Wie der Winzer seine Weine vinifiziert, bleibt oft ein Geheimnis. Die Ergebnisse können verkostet werden, entweder direkt im Weinkeller oder in einer der Vinotheken am Steppensee.

Saubere Arbeit

Die Tage der Weinlese waren hart und lang, trotzdem ist keine Pause in Sicht, jetzt beginnt die Arbeit im Keller. Zufriedenheit ist dennoch spürbar – ein Jahr voll unermüdlichem Einsatz im Weingarten und nun die Belohnung. Sauberkeit ist oberstes Gebot im Keller, die Tanks müssen glänzen, die Schläuche gereinigt sein, die Fässer und Truhen richtig positioniert. Logistisch immer wieder eine Herausforderung – die Lichter im Keller und den Presshäusern brennen oft bis in die frühen Morgenstunden.

Viele Hände, schnelles Ende

In diesem Fall stimmt das nicht ganz. Es werden viele Hände benötigt, die einzelnen Arbeitsschritte, um die liegende Maische zu bestem Wein zu vinifizieren, sind komplex und brauchen Zeit. Jungweine werden schnell abgefüllt und finden bereits zu Martini – um den 11. November - als trüber unfiltrierter Rebensaft den Weg in die Gaumen der Genießer. „Krixi-Kraxi“ heißt es vor dem ersten Schluck, denn der Wein ist noch nicht gesegnet – erst dann darf zugeprostet werden. Verkostet wird in den vielen Kellern des Ortes, der Wein wird besprochen und bewertet – alles in lockerer Atmosphäre.

Jung und frech

Jungweine sind leicht zu trinken, fruchtig, spritzig, oft noch etwas kantig, aber beliebt und histaminarm. Es lohnt sich, einige Flaschen dieses jungen Weins zu sichern – ein perfekter Speisebegleiter zu Fisch oder einer deftigen Jause. Die Winzer bringen nun ihre Weine in die Flaschen und kümmern sich in den Wintermonaten schon wieder um die kommende Saison. In den Weingärten wird geschnitten, entlaubt, gebunden und gehofft – wird auch der kommende Jahrgang gut? Ist das Wetter gnädig und haben wir ausreichend Niederschlag? Trifft unser Wein den Geschmack der Kenner und werden wir genügend Flaschen verkaufen?

Mit Herz und Können

Viele Fragen, aber auch viel Stille prägen die Tage der Winzerfamilien in den Wintermonaten. Eines ist jetzt schon sicher: auch im kommenden Jahr wird wieder viel Energie und Herzblut investiert, und vielleicht entsteht ja wieder einmal ein Weltmeisterwein, der weit über die Illmitzer Äcker und Weinberge bekannt wird.

Prost und gutes Gelingen!

Hinweis:

Leider können die "Tage der offenen Kellertür" in diesem Jahr aufgrund der aktuellen COVID 19 Situation nicht stattfinden.

Tipp:

Weinbestellung und Abholung jederzeit möglich: zu den Winzern des "Illmitzer Weinerlebnis"

https://www.illmitz.co.at/zimmersuche/