Weihnachten am Neusiedler See

Die Nächte sind bereits eisig und die Böden teilweise gefroren, dennoch gibt es Tage, an denen das Thermometer 15 Grad und mehr anzeigt. Es ist Dezember in Illmitz, die Ernte ruht in den Fässern im Keller und auch die Gastronomie stellt sich auf beschauliche Tage ein. Der Winter wird nicht wirklich beworben. Gut für alle, die bereits wissen, wie schön es in der Winterzeit am Neusiedler See sein kann. Stille Zeit – ja! Schöne Zeit – ja! Höchste Zeit, Illmitz und seiner Naturlandschaft zur Weihnachtzeit einen Besuch abzustatten.

Im Hafen unten am See friert schon das Wasser, die erste dünne Eisschicht wird sichtbar. Tragfähig ist sie noch nicht – am besten informiert man sich über das Eistelefon, ob das gefrorene Nass bereits begehbar ist. Wenn ja, eröffnet sich dem Naturgenießer eine unglaubliche Naturlandschaft. Dort, wo sich im Sommer Surfer, Segler und Badegäste tummeln, herrscht im Winter Eiszeit. Vorsicht ist immer geboten, denn auch in den kältesten Wochen gibt es offene Stellen am See, Einbruchgefahr inklusive. Manchmal gleiten Eissurfer oder Eissegler an einem vorbei, Mountainbiker mit Spikes oder Spaziergänger mit Rodel und Kinder im Gepäck. Es ist traumhaft: die Sonne glitzert, die Eiskristalle flunkern zurück und die Stille, die sich breit macht, wird nur vom leisen Knacken und Grummeln der sich bewegenden Eisschichten unterbrochen. Cooler geht es nicht.

Aufgewärmt wird im Anschluss mit Glühwein, Punsch und vorweihnachtlichen Leckereien bei den Weihnachts- und Adventmärkten in der Umgebung oder gleich im Ort beim jährlichen Adventbazar. Als Genießer-Tipp gilt sicher eine gemütliche Verkostung bester Weine bei einem der Illmitzer Topwinzer. Im eingeheizten „Kellerstüberl“ lassen sich Wind, Kälte, Schnee und Dunkelheit ganz gut vergessen – gepaart mit örtlichen kulinarischen Schmankerln bleibt man auch gerne länger sitzen. Alle Veranstaltungen in der „stillen Zeit“ lassen sich online auf der Tourismus-Homepage gut nachlesen.

Draußen in der Natur braucht es clevere Strategien, um den Winter erfolgreich zu überstehen. Manche Pflanzen überwintern als Samen und keimen erst im Folgejahr aus, andere begeben sich in Winterruhe, um im Frühling kraftvoll und neu auszutreiben. Einige Tierarten wie das Ziesel halten intensiven Winterschlaf, andere suchen frostfreie Orte auf, wo sie ihre Körperfunktionen auf ein Minimum reduzieren.

Vögel und Säugetiere, die auch im Winter aktiv sind, versuchen möglichst wenig Energie zu verbrauchen. Sinken die Temperaturen, steigt der Energiebedarf zum Halten der Körpertemperatur, die Aktivitäten werden daher stark eingeschränkt. Es ist eben die „stille Zeit am Steppensee“.

Bricht im Jänner das neue Jahr an, sind bereits wieder viele Weinbauern in ihren Weingärten zu finden. Sie nutzen die kalte Jahreszeit, um die Reben auf die kommende Saison vorzubereiten. Nebel, Dunst und weiße Felder prägen dann das Bild rund um Illmitz. Die Tage werden wieder spürbar länger, die Sonne steht höher. Auch wenn es noch etwas dauert – aber der Frühling ist in Illmitz nicht mehr weit.